Ein unerfüllter Kinderwunsch muss heutzutage nicht unerfüllt bleiben. Die künstliche Befruchtung ermöglicht es, den Herzenswunsch vom eigenen Kind Wirklichkeit werden zu lassen. Erfahrt mehr über die Geschichte von Sonja und Jürgen Richter* – und ihrem Weg zum Wunschkind.  

Bangen und Hoffen, Monat für Monat

Da Jürgen und ich von Natur aus sehr sicherheitsbedacht sind und beruflich erst einmal fest Fuß fassen wollten, stellten wir das Thema Familiengründung für eine Weile hinten an. Als wir dann bereit waren, versuchten wir, über den langen Zeitraum von zwei Jahren vergeblich schwanger zu werden. Das Hoffen und Bangen Monat für Monat entwickelte sich schnell zu einer Belastung für uns. Vor allem ich hatte daran zu knabbern. Ich machte mir viele Gedanken, sodass mich das Thema fast täglich begleitete.

Zu meiner Beunruhigung kam hinzu, dass wir beide zu dem Zeitpunkt schon weit über 30 Jahre alt waren. Es war, als hörte ich meine biologische Uhr ticken! Meine Frauenärztin erklärte mir behutsam, dass die Fruchtbarkeit ganz natürlich ab 30 abnimmt und riet uns, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren – das würde die natürliche Fruchtbarkeit unterstützen.

Maximale Traurigkeit und schwindende Hoffnung

Als eine Ernährungsumstellung, mehr Sport im Alltag und die Einnahme pflanzlicher Medikamente zur Zyklusregulierung auch keine Veränderung brachten, bekam ich von meiner Frauenärztin Hormone, die unterstützen sollten. In der Zeit begann die unangenehme Phase, in der wir Sex nach Plan hatten. Das killte fast unsere Lust und war vor allem für Jürgen ziemlich belastend.

Als weitere Monate verstrichen, in denen sich keine Schwangerschaft einstellte, ließ Jürgen ein Spermiogramm erstellen. Dieses ergab, dass etwa die Hälfte seiner Spermien nahezu unbeweglich waren. In Verbindung mit meinen körperlichen Eigenheiten standen also die Chancen, natürlich schwanger zu werden, nicht so gut. Meine Gedanken überschlugen sich und ich setzte mich zusätzlich unter Druck. Dass dies nicht förderlich war, war mir klar. Abstellen konnte ich die Gedankenspirale trotzdem nicht. Ich war unglaublich traurig.

Licht am Horizont: Der Weg zur künstlichen Befruchtung

Die Tatsache zu akzeptieren, dass wir auf natürlichem Wege nicht schwanger werden würden, war hart. Aufgeben wollten wir trotzdem nicht! Also begannen wir, uns mit dem Thema der künstlichen Befruchtung zu beschäftigen. Nur konnten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie wir eine solche Behandlung finanziell stemmen sollten. Meine Frauenärztin gab uns den Hinweis, uns bei unserer Krankenkasse zu informieren, ob diese die künstliche Befruchtung wenigstens in Teilen unterstütze.

Nach einem Telefonat mit meinem Ansprechpartner der WMF BKK kam dann der Befreiungsschlag für uns: Da wir dort beide versichert waren, würden die Kosten von bis zu drei Behandlungsversuchen zu 100 % übernommen werden! Das machte uns wieder Mut.

Bei einem Folgetermin bei meiner Frauenärztin, klärte sie uns darüber auf, wie der nächste Schritt aussehen würde: Mittels Hormonpräparat sollte mein Eisprung eingeleitet werden und die Samenzellen zum richtigen Zeitpunkt direkt in die Gebärmutter übertragen werden. Leider klappte auch das nicht. Es folgte der nächste Schritt: Die Überweisung zu einer Kinderwunschklinik.

Volle Unterstützung für die ersten drei Behandlungsversuche

Vor dem ersten Termin in der Kinderwunschklinik waren wir extrem nervös. Im Beratungsgespräch einigten wir uns darauf, es mit der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) zu versuchen. Dabei sollte eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert werden. Ich bekam einige Tage hintereinander Hormonspritzen, die dazu führten, dass sich deutlich mehr Eizellen bildeten. Diese wurden mir in einem Folgetermin entnommen. Anschließend wurden die Eizellen mit Jürgens Sperma befruchtet. Einige entwickelten sich sehr gut, so dass letztendlich zwei Eizellen zum Einsetzen in die Gebärmutter vorbereitet werden konnten.

Obwohl wir Vertrauen in die Behandlung hatten, machte ich mir keine große Hoffnung. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich eine erneute Enttäuschung verkraften sollte. Dann kam eine Woche später das befreiende Ergebnis des Bluttests: Ich bin schwanger!

Endlich schwanger: Das Abenteuer Familie kann starten

Ein befruchtetes Ei hat es also geschafft! Ich weinte vor Glück und konnte es kaum glauben: Wir werden Eltern! Jürgen war ganz aus dem Häuschen. In dem Moment fiel unglaublich viel Druck von unseren Schultern. All die belastenden Monate zuvor schienen wie weggeblasen. Unser Traum von einer kleinen Familie würde sich nun endlich erfüllen.

Anfang des Jahres kam dann unser kleiner Matteo zur Welt – ein gesundes, aufgewecktes Kind. Wir sind so dankbar für die Unterstützung der WMF BKK. Sie hat uns den Start ins Abenteuer Familie ermöglicht. Mein Tipp an alle Leidensgenossinnen: Gebt nicht auf! Mit der richtigen Unterstützung tragt auch ihr bald euer Wunschkind unter dem Herzen.

* Familienname von der Redaktion geändert