Interview: Jedes Jahr feiert Tomek zweimal Geburtstag

30 Blutkonserven retteten sein Leben

Thomas Kaczmareks Geschichte ist die einer wahnsinnigen Achterbahnfahrt durchs Leben. Gefährdet durch einen angeborenen Herzfehler konnten ihm nur unzählige Blutkonserven während einer Notoperation helfen, damit er heute noch all die Dinge tun kann, die er liebt. Doch Blutkonserven sind knapp und gerade nur 3,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland spenden Blut.

Herr Kaczmarek, wir gratulieren Ihnen zu Ihrem Social-Spot für das Deutsche Rote Kreuz. Erzählen Sie uns doch, wie es dazu gekommen ist.

Als junger, „unbekümmerter“ Mensch hat man in der Regel tausend andere Sachen im Kopf und ein Thema wie Blutspenden nicht auf dem Schirm. Auch ich muss zugeben, dass ich kein regelmäßiger Blutspender war. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich darauf angewiesen war, hat mich das Thema (leider) kaum interessiert. Erst bei der Notoperation bzw. dem Erwachen danach wurde mir bewusst, wie wichtig solche kleinen Taten wie bspw. Blutspenden doch sind und dass diese Leben retten können. Heutzutage kann quasi jeder auf diesem Wege zum Helden werden, und das ohne außergewöhnliche Kräfte. Mit diesem Spot wollte ich darauf aufmerksam machen und mich bei meinen eigenen Helden auf diesem Wege bedanken.

Was steckt hinter Ihrer wahnsinnigen Achterbahnfahrt durchs Leben?

In erster Linie pflege ich ja immer zu sagen, dass man „seines eigenes Glückes Schmied ist“ und sich von niemandem und nichts zurückhalten lassen sollte, das zu tun, was man möchte. Aber so ein Sprichwort ist schnell runterzitiert und Ausnahmen bestätigen in den meisten Fällen die Regel. Mit einem angeborenen Herzfehler lässt es sich uneingeschränkt genau den gleichen Blödsinn machen, den jeder Heranwachsende eben so tut. Jedoch wird man kurz aus diesen unbekümmerten Momenten herausgeholt, wenn man zwischen Senioren seinen regelmäßigen Termin beim Kardiologen wahrnehmen muss. Ich glaube, so etwas löst generell einerseits einen schnelleren Reifeprozess in einem aus, da man die Vergänglichkeit eben direkt vor Augen hat. Andererseits entwickelt man, so wie ich, eine unglaubliche Lebensfreude, weil man eben alles aus der Zeit, die man hat, rausholen will.

Alleine der Prozess, den ich wahrscheinlich früher durchgemacht habe als andere in meinem Alter, war eine Achterbahnfahrt. Für die restlichen, sprichwörtlichen und wirklichen (Spaß-)Achterbahnfahrten haben die mir nahestehenden Menschen mit mir zusammen gesorgt; ich bin nämlich schnell für jeglichen Quatsch zu begeistern (lacht).

Bei meiner vorausgegangenen OP hat tatsächlich mein Herz aufgehört zu schlagen, was jedoch zum „Standard-Prozedere“ bei so einer OP dazu gehört. Wenn man allerdings, auch wenn ich bewusst davon kaum etwas mitbekommen habe, aus einem Koma erwacht, ist das dann doch irgendwie anders. Die eigene Familie starrt einen ungläubig und voller Erleichterung an und man selbst, verkabelt wie Neo in der Matrix höchstpersönlich, versteht gar nicht, was gerade geschieht, aber ist ziemlich happy. Sogar so unglaublich happy und erleichtert, dass man eben das Gefühl hat, gerade seinen zweiten Geburtstag erlebt zu haben. Und dieser wird jetzt jedes Jahr gefeiert; außerdem gibt es immer einen Grund zu feiern!

Interessenten, die zur WMF BKK wechseln möchten, erhalten vereinzelnd eine falsche und unbegründete Aussage, kleinere Krankenkassen könnten keine hohen Kosten tragen. Wie haben Sie die WMF BKK während Ihrer schweren Zeit erlebt?

Das Schöne an unserem Gesundheitssystem ist, unabhängig von der Größe der Krankenkasse: Wenn es hart auf hart kommt und man um sein Leben kämpft, hilft einem der behandelnde Arzt und fragt nicht nach dem Anbieter des Krankenversicherungsschutzes. Genauso verhält es sich seitens der Krankenkasse, die i.d.R. da auch differenzieren kann. Deswegen habe ich mir zu keiner Sekunde über meinen Krankenversicherungsschutz Gedanken gemacht und ich denke, sicherlich auch nicht müssen. Den persönlichen Service und die Unterstützung durch die WMF BKK habe ich uneingeschränkt positiv wahrgenommen.

Wer darf Blut spenden? Wie kann man Blutspender werden?

Die erste Voraussetzung für das Blutspenden ist, dass man sich fit und gesund fühlt. Ob dies der Fall ist, wird dann anhand des Bluts gecheckt und dies entscheidet dann letztendlich, ob man als regelmäßiger Spender infrage kommt. Alle Regelungen und Ausnahmen kann man sich in Ruhe vor Ort erklären lassen, dazu bin ich zu wenig Fachmann. Ich sehe mich eher als „Überbringer der wichtigen Botschaft“. In erster Linie ist wichtig: Bei der Blutspende besteht keine Ansteckungsgefahr und es schadet nicht der Gesundheit, sondern fördert sie eher. Deswegen: Auf geht’s!

Als ausgebildeter Werbekaufmann, nebenbei auch Grafiker und DJ, wollen Sie bald auch in der Berliner Clubszene Fuß fassen, in Stuttgart haben Sie bereits in verschiedenen Clubs regelmäßig aufgelegt. Hat Sie die Krankheit jemals ausgebremst?

Um mich zum Abschluss kurz zu fassen, denn ich denke der Einblick zuvor lässt schon erahnen, was jetzt kommt: Das Motto meines letztjährigen Geburtstags lautete: „Einfach mal leben!“ Ich denke das beantwortet die Frage ziemlich gut.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.


Spende Blut. Rette Leben.

Gemeinsam mit dem „Fack ju Göthe“-Star Gizem Emre stand Tomek daher nun in Berlin vor der Kamera, um auf dieses wichtige Thema Blutspende aufmerksam zu machen. Tim Oliver Schultz („Der Club der roten Bänder“) übernahm die Rolle des Sprechers, inszeniert wurde der Social-Spot von Regisseur Igor Plischke. Die Produktion übernahm die Filmproduktion POISON auf Initiative der Werbeagentur komFOUR für den Kunden DRK Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen.

„SPENDE BLUT. RETTE LEBEN.“ ist der wichtige Claim am Ende des Spots.