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Die häufigsten Laufverletzungen

Läuferin NahaufnahmeBlasen

Ursachen: Druckbelastung oder Scheuern zwischen verschiedenen Hautschichten führt zum Austreten von Gewebeflüssigkeit und/oder Blut.

Therapie: Stechen Sie die Blase mit einer desinfizierten Nadel auf, sodass die Flüssigkeit ablaufen kann. Die Haut über der Blase nicht abschneiden, sondern ebenfalls desinfizieren und gegebenenfalls mit einem speziellen Blasenpflaster abdecken.

Selbsthilfe: Blasenpflaster vorbeugend an besonders gefährdeten Stellen verwenden, dann drückt und scheuert nichts mehr. Auch gut sitzende Schuhe und passende Socken schützen Sie vor Blasen. Besonders empfindliche Stellen können Sie vor dem Start auch mit Vaseline einreiben.

Krämpfe

Ursachen: Die Ursachen für Krämpfe sind höchst unterschiedlich und vielschichtig: vom Elektrolytmangel bis zur lokalen Überforderung, von unzureichender Vorbereitung bis zu falschen Schuhen.

Therapie: Die betroffene Muskulatur vorsichtig dehnen. Danach trinken, zusätzlich Elektrolyte, zum Beispiel Natrium/Kochsalz dem Körper zuführen. Dann vorsichtige Lockerungsmassagen durchführen.

Selbsthilfe: Sobald Sie in Ruhe und bei sanfter Belastung (Treppensteigen, Treppenabgehen) wieder vollkommen schmerzfrei sind, dürfen Sie wieder vorsichtig lostraben.

Muskelkater

Symptome: Bewegungs- und Belastungsschmerz in einer oder mehreren besonders belasteten Muskelgruppe, in der Regel am Tag nach einer ungewohnten Anstrengung auftretend.

Ursachen: Mikroverletzungen der Muskulatur. Diese Mikro-Faserrisse entstehen durch so genannte exzentrische Belastungen, beim Laufen beispielsweise bei der Landung, wenn der angespannte Kniestreckmuskel die Aufprallenergie abfängt.

Therapie: Aktive Maßnahmen zur vorsichtigen Durchblutungsförderung wie Kneipp- und Wechselbäder, aber auch dosierte lokale Eisenanwendungen. Leichte Bewegung wie Radfahren, Aquafitness und sehr vorsichtiges Dehnen beschleunigen den Heilungsprozess. Massagen sind ungeeignet.

Muskelzerrung/Muskelriss

Symptome: Stechender, plötzlich auftretender lokaler Schmerz in der Muskulatur, Konturveränderung, Schwellung und/oder Bluterguss.

Ursachen: Die Übergänge vom Muskelkater zur Zerrung bis zum Muskelfaserriss sind theoretisch fließend. Während der Muskelkater durch Mikrorisse in der Muskulatur entsteht, reißen bei der Zerrung und dem Riss einzelne oder mehrere Fasern. In der Praxis sind die Ereignisse jedoch verschieden. Eine Zerrung oder ein Muskelriss stellt ein plötzliches, sehr heftiges Schmerzereignis dar, das unmittelbar dazu zwingt, jegliche Aktivität einzustellen. Typische Beispiele hierfür erleben wir bei Fernsehberichten von Leichtathletikveranstaltungen, wenn der Sprinter sich abrupt an den Oberschenkel fasst und danach mit Schmerzen auf der Bahn liegt. Beim Joggen kann dies passieren, wenn Sie zum Beispiel ohne ausreichendes Aufwärmprogramm einen Sprint einlegen. Aber auch, wenn sie nach einem Fehltritt mit einer instinktiven, schnellen Bewegung versuchen, den Körper abzufangen. Die Gefahr steigt in einer besonders umfangreichen oder intensiven Trainingsphase.

Therapie: Als Erstes ist die PECH-Regel (s.u.) anzuwenden. Kühlen Sie den Muskel vorsichtig für 24 bis 48 Stunden. Frühestens 72 Stunden nach der Verletzung können Sie ganz vorsichtig mit einem leichten Dehnprogramm beginnen. Keine Massagen. Je nach Ausprägung steht Ihnen dann eine vier- bis sechswöchige Laufpause bevor. Wichtig: Fangen Sie nicht zu früh wieder mit dem Laufen an, sonst bricht die gerade geheilte Wunde wieder auf. Haben Sie bei der ersten Einheit noch Schmerzen, stoppen Sie sofort Ihren Lauf.

Selbsthilfe: Bevor Sie wieder mit dem Laufen beginnen, müssen Aquafitness, Rad fahren, Walking und eventuell leichte Kraftübungen absolut schmerzfrei möglich sein.

Die PECH – Regel:

Die PECH-Regel ist eine leicht zu merkende Grundregel bei Sportverletzungen. Sie besteht aus folgenden Maßnahmen:

P = Pause
Hören Sie sofort mit dem Sport auf. Die verletzte Körperstelle sollte ruhig gestellt und nicht mehr unnötig bewegt werden, um innere Blutungen und Schwellungen zu begrenzen und um zu verhindern, dass sich Verletzungen verschlimmern.

E = Eis
Danach die verletzte Stelle mit Eis (kein Eisspray verwenden) kühlen. Ist kein Eis in der Nähe, können Sie auch fließend kaltes Wasser oder kalte Umschläge nutzen. Das Eis bewirkt durch die Verengung der Blutgefäße eine Verminderung von Blutungen und Schwellungen – es kann kein weiteres Blut mehr austreten, das betroffene Körperteil schwillt nicht weiter an.

C = Compression
Der nächste Schritt ist das Anlegen eines Druckverbandes mit mäßiger Spannung. Durch das Zusammendrücken des Gewebes wird eine weitere Einblutung reduziert. Die Kompression sollte wenn möglich zusammen mit der Kühlung angewandt werden.

H = Hochlagerung

Die verletzte Körperregion sollte höher liegen als das Herz, so dass das Blut aus der verletzten Region auf venösem Weg zum Herzen fließen kann. Das führt dazu, dass sich die Schwellung und die damit verbundenen Schmerzen vermindern. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung macht es Sinn, das verletzte Körperteil regelmäßig hochzulagern.

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