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Nachbericht Hodenkrebs - Präventionsveranstaltung

Hodenkrebs ist ein Tabuthema.

Um vor allem junge Männer dafür zu sensibilisieren und auf die Möglichkeiten der Früherkennung aufmerksam zu machen, lud die WMF Betriebskrankenkasse in Zusammenarbeit mit der Geislinger Zeitung am 27. Oktober 2010 zu zwei Präventionsveranstaltungen ein.

Die Veranstaltung um 14:00 Uhr war hauptsächlich für Auszubildende, Schüler und Studenten, die zweite um 18:00 Uhr für alle anderen Interessierten. Knapp 350 vorwiegend junge Männer – aber auch Frauen – kamen zur Veranstaltung. Drei Experten, Jürgen Matkovic (Vorstand der WMF Betriebskrankenkasse), Dr. med. Markus Stolz (Geislinger Urologe) und Jimmy Hartwig (Ex-Fußballer und ehemals selbst Betroffener) beleuchteten das Thema von drei unterschiedlichen Seiten und holten es aus der verschämt-versteckten Ecke. Die Offenheit, mit der die Referenten das Thema angingen, führte zwar immer wieder zu verlegenen Lachern im Publikum, dennoch bewies die meist konzentrierte Stille, dass mit dieser Veranstaltung ein Nerv getroffen wurde.

Hodenkrebs ist eine Krankheit, die vorwiegend eine „vorsorgemäßig vernachlässigte Zielgruppe, nämlich Männer zwischen 20 und 40 Jahren betrifft“, erklärte Jürgen Matkovic in seinen Ausführungen. An Hodenkrebs sterben etwa 190 Männer pro Jahr – jedoch liegen die Heilungschancen bei 100 Prozent, vorausgesetzt, dass der Krebs frühzeitig erkannt wird, betonte er in seinem Vortrag. Dr. Stolz machte in seinem Vortrag die Wichtigkeit einer Früherkennung deutlich und beschrieb den Zuhörern genau, wie die regelmäßige Selbstuntersuchung aussehen soll und auf welche Veränderungen „Mann“ achten soll. Auch wie es bei einer verdächtigen Veränderung weitergeht beschrieb Dr. Stolz den jungen Männern und Frauen.

Weniger sachlich, aber nicht weniger eindrücklich schilderte Jimmy Hartwig, wie er seine Krankheit erlebt hat. Um anderen Männern den Schock dieser Diagnose zu ersparen, hat er sich der Kampagne „Echte Männer“ des BKK Landesverbands zur Verfügung gestellt. Mit drastisch deutlichen Schilderungen im Jugendjargon erreichte er die Zuhörer. „Mensch Jungs, nur eine Minute bei so’ ner Untersuchung beim Arzt und hinterher seid ihr euch monatelang sicher, dass ihr gesund seid“, rief Jimmy Hartwig lebhaft ins Mikrofon. Er machte den Jugendlichen deutlich, dass Schweigen genau die falsche Reaktion ist. „Ich bin ein richtiger Mann – ich rede darüber!“ schloss er seinen Part ab. Nach den Vorträgen hatten die Zuhörer noch die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu stellen.

Gewinner der Aktion "Wer toucht gewinnt"

Unter dem Motto „Wer toucht gewinnt“ verloste die WMF Betriebskrankenkasse im Rahmen der Veranstaltung einen iPod touch. Am 03. November 2010 überreichten Jürgen Matkovic und Siegmund Berger dem glücklichen Gewinner Guiseppe Galasso den Preis.

„Lieber Vor-Fühlen als Nach-Sorgen“ – ein Thema für echte Männer

Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren. Prinzipiell können aber Männer jeden Alters daran erkranken. Die Neuerkrankungsrate in Deutschland beträgt rund 4.800 Männer pro Jahr.

Die Heilungschancen von Hodenkrebs sind sehr gut, wenn er rechtzeitig erkannt wird

Wird der Krebs früh erkannt und behandelt, betragen die Heilungschancen fast 100 Prozent. Auch die Therapiebelastung und deren Folgeerscheinungen sind umso geringfügiger, je früher der Tumor gefunden wird. In Spätstadien sinkt die Heilungschance auf 50 Prozent. Ohne Behandlung ist Hodenkrebs immer tödlich.

Das beste Mittel im Kampf gegen diesen Krebs ist der aufmerksame Umgang mit dem eigenen Körper. Bei einer regelmäßigen Selbstuntersuchung der Hoden fallen Veränderungen früh auf.

Die Ursachen für Hodenkrebs

Die Ursachen, warum Hodenkrebs entsteht, sind noch nicht endgültig entschlüsselt. Es gibt allerdings viele Beobachtungen, die wichtige Ansätze erkennen lassen. Besonders gefährdet sind nach heutigen Erkenntnissen:

  • Männer mit Hodenhochstand im Kindesalter. Dabei spielt es keine Rolle, wo der Hoden „stecken geblieben“ ist und ob der Hochstand behoben wurde oder nicht.
  • Männer, bei deren Großvater, Vater oder Bruder bereits ein Hodentumor aufgetreten ist.
  • Männer, bei denen ein Hoden bereits einem Tumor betroffen war. Bei etwa fünf Prozent aller Männer mit Hodenkrebs entsteht ein zweiter Tumor im anderen Hoden.
  • Männer, deren Mutter während der Schwangerschaft mit östrogenhaltigen Medikamenten behandelt wurde.

Anzeichen für Hodenkrebs

Einen wesentlichen Beitrag zur frühzeitigen Entdeckung eines Hodentumors können Sie selbst leisten: Achten Sie auf Veränderungen an Ihren Hoden. Bei einer regelmäßigen Selbstuntersuchung fallen folgende Warnzeichen früh genug auf:

  • einseitige Schwellung oder Vergrößerung
  • Schweregefühl oder Ziehen im Hoden
  • Veränderung der Konsistenz - Gefühlsveränderung oder dumpfer Schmerz im Hoden
  • Kleiner, harter aber schmerzloser Knoten auf dem Hoden
  • Anschwellen oder Schmerzhaftigkeit der Brustdrüsen auf einer oder beiden Seiten

Obwohl viele Veränderungen am Hoden gutartig sind, sollten Sie unverzüglich jeden auffälligen Befund Ihrem behandelnden Arzt zur Abklärung mitteilen.

Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie Veränderungen an Ihren Hoden entdecken.

Mit einer Tast- und Ultraschalluntersuchung kann der Arzt abschätzen, ob ein Verdacht auf einen Tumor begründet ist und ob operiert werden muss.

Selbstuntersuchung – Eine Anleitung

Es wird jedem Mann zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr empfohlen, einmal monatlich seine Hoden selbst zu untersuchen.

Die Selbstuntersuchung ist einfach und nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Am besten legen Sie einen Tag fest, an dem Sie sie durchführen wollen (zum Beispiel immer am ersten Sonntag im Monat).

  1. Führen Sie die Selbstuntersuchung nach einer warmen Dusche oder einem warmen Bad durch. Dann ist die Haut des Hodensacks entspannt, so dass die Hoden gut zu tasten sind.
  2. Betasten Sie zunächst Hodensack und Hoden mit geöffneter Handfläche von unten, indem Sie die Hand leicht auf und ab bewegen. So bekommen Sie ein Gespür für die Größe und das Gewicht Ihrer Hoden.
  3. Jeder Hoden sollte vorsichtig mit beiden Händen abgetastet werden. Legen Sie dazu Zeige- und Mittelfinger unter den Hoden, die Daumen auf die Hoden. Rollen Sie den Hoden dann zwischen Daumen und Fingern hin und her. So können Sie Unebenheiten oder Knoten leicht ertasten.
  4. Versuchen Sie den Nebenhoden zu finden, der für die Speicherung der in den Hoden gebildeten Samen zuständig ist. Er liegt dem Hoden zur Innenseite sichelförmig an und sollte nicht mit einem auffälligen Befund verwechselt werden. Typisch für einen auffälligen Befund ist meist ein schmerzloser Knoten im Hoden selbst.
  5. Zum Schluss stellen Sie sich vor den Spiegel und schauen, ob Ihnen eine Schwellung im Bereich des Hodensacks auffällt. Auch diese sollten Sie Ihrem behandelnden Arzt zeigen.

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