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Let's talk about … Homo, und bi

In das schwul-lesbische Leben tritt man durch das Coming-out. Coming-out ist die Zeit des Erwachens, der Prozess des Entdeckens und der Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Neigung. In den meisten Fällen setzt das Coming-out in der Jugend zwischen 13 und 18 Jahren ein. Es gibt aber auch „Spätzünder“ die erst im fortgeschrittenen Alter die Erkenntnis für sich zulassen, schwul, lesbisch oder bi zu sein.

Das Coming-out ist häufig mit einem innerlichen Konflikt, den Erwartungen der Familie und Umwelt oder auch einem Widerstreit mit sich selbst, mit übernommenen Werthaltungen, in der Homosexualität etwas Schlechtes zu sehen, verbunden. Auch heute ist es anfänglich meist ein großer Schreck, wenn man erkennt, „anders als die Anderen“ zu sein. Immerhin: Homosexualität ist in unserer Gesellschaft kein Tabuthema mehr. Daher fällt vielen jungen Leuten das Coming-out heute relativ leicht. Ein gelungenes Coming-out mündet in das Annehmen der homosexuellen Orientierung. Danach kommt dann der zweite Schritt: Man spricht darüber mit Freunden und der Familie. Man „outet“ sich, wie man neuerdings sagt.

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Offen oder versteckt?

Viele Schwule und Lesben gehen den zweiten Schritt des „Outens“ allerdings nicht mit. Sozialwissenschaftler schätzen, höchstens die Hälfte aller Homosexuellen lebt „offen“, hat Familie, Freundinnen, Kollegen oder Nachbarn davon erzählt. Die andere Hälfte verschweigt ihre Homosexualität, meistens aus Scham oder aus Furcht vor Anfeindungen oder Ausgrenzung. Besonders außerhalb der Großstädte sieht sich die Mehrheit der Schwulen und Lesben gezwungen, die Tarnkappe zu tragen und damit ein schwieriges Doppelleben zu führen.

Woran erkennt man Schwule und Lesben?

Meistens gar nicht. Viele Lesben und Schwule bevorzugen ein Outfit, das absolut Schwiegermütter-tauglich ist und nichts Spektakuläres an sich hat. Die so genannte „Lederszene“ der Schwulen legt dagegen bei der Freizeitkleidung sehr großen Wert auf ein betont männliches Auftreten: Stiefel, Jeans und Leder.

Schwul = Lesbisch?

Schwule und Lesben teilen die Liebe zum gleichen Geschlecht. Sie erfahren ähnliche rechtliche Diskriminierungen. Ansonsten sind die Welten der Lesben und Schwulen sehr verschieden. Coming-out ist Lesben schwerer gemacht als Schwulen. Sie müssen nicht nur mit Anfeindungen wegen der Homosexualität fertig werden, sondern auch mit der Benachteiligung als Frau.

Die ungleiche Verteilung von Macht, Geld und Einfluss zwischen den Geschlechtern spiegelt sich in gewissem Maße auch im Organisationsgrad von Schwulen und Lesben wider. Es gibt ein Vielfaches an Schwulenbars gegenüber Lesbenkneipen. Schwule Zeitschriften erscheinen weit auflagenstärker als Lesbengazetten. Lesben-Engagement im Rahmen der Frauenbewegung wird oft nicht als solches wahrgenommen. Schwulen wird in der Öffentlichkeit weit mehr Beachtung geschenkt als Lesben, im positiven wie negativen.

Schwule sind keine richtigen Männer!

Was macht einen richtigen Mann aus? Breitbeinige Sitzhaltung? Neigung zu Prügeleien? Erster Herzinfarkt mit 50? Wahrscheinlich ist es doch das Fußballspiel. Noch 1990 verkündete Paul Steiner, Profi beim 1. FC Köln: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schwule Fußball spielen können.“ Heutzutage liefert sich der schwule Fußballverein der Domstadt bei Turnieren selbst mit der Mannschaft des Kölner Polizeipräsidiums packende Begegnungen. Die schwule Elf gilt als gefährlicher Gegner auf dem grünen Rasen.

Die sind doch alle krank!

Sicher, auch Schwule und Lesben sind gelegentlich liebeskrank. Homosexualität ist aber keine Krankheit, auch wenn das viele Ärzte und Psychologen seit dem 19. Jahrhundert fest geglaubt haben. Sie haben Schwule und Lesben menschenverachtenden „Therapien“ unterzogen, um deren sexuelle Identität „umzupolen“. Alles ohne Erfolg. Homosexualität ist unheilbar gesund. Genauso wie jede andere Ausdrucksform gegenseitiger Zuneigung. Die Ärzte haben ihren Fehler eingesehen. 1993 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Unterabteilung der Vereinten Nationen, Homosexualität aus der "Internationalen Liste für Krankheiten" gestrichen.

Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine Veranlagung, mit der man geboren wird. Es gibt zwar immer wieder einige “Psychologen“ oder sonstige Heilsbringer, die behaupten, Homosexualität sei „heilbar“ oder Homosexuelle könnten „umgedreht“ werden, doch das ist nichts als Scharlatanerie, mit der einige Leute versuchen, besorgten oder auch verbohrten Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Man ist schwul oder lesbisch wie man blond oder braunhaarig ist.

Die meisten Jungs zum Beispiel erkennen relativ früh, dass sie anders sind als die anderen, wissen aber oft nicht genau, was nun anders ist. Selbst wenn sie es wissen, dauert es in der Regel noch eine Weile bis sie es tatsächlich aussprechen und bei vielen noch länger bis sie es anderen, vor allem den Eltern, mitteilen. Sie haben Angst davor, die Eltern zu verletzen und sind unsicher über deren Reaktion.

Die Erziehung kann nichts daran ändern, ob jemand homosexuell ist oder nicht. Homosexualität wird nicht anerzogen. Sie ist einfach da. Insofern ist auch keine übermächtige Mutter oder ein nicht vorhandener Vater daran schuld. Man kann niemand zum Homosexuellen erziehen.

Homosexuelle sind im privaten und beruflichen Leben in der Regel genau so erfolgreich wie Heterosexuelle. Mitunter haben sie es etwas schwieriger, weil sie mit Vorurteilen zu kämpfen haben, aber daraus gehen viele gestärkt hervor.

Homosexuelle unterscheiden sich grundsätzlich von Heterosexuellen nur durch ihre sexuelle Orientierung. Im Prinzip ist das jedoch eine private Angelegenheit oder fragen Sie als Eltern ihre heterosexuellen Kinder über ihre Sexualpraktiken aus? Kümmern Sie sich darum, ob ihr heterosexueller Sohn besondere sexuelle Vorlieben hat? Mit Sicherheit nicht. Also sollte Sie eigentlich auch nicht kümmern, was Ihr homosexuelles Kind im Bett tut.

Von der Immunschwächekrankheit Aids sind Hetero- und Homosexuelle gleichermaßen betroffen. Man kann sich durch die Benutzung von Kondomen dagegen schützen. Es ist Aufgabe der Eltern allen ihren Kindern die Wichtigkeit eines Schutzes klar zu machen.

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