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Let's talk about … Kondom, Diaphragma, Spirale

Welches Verhütungsmittel passt zu mir?

Kondom

Verhüterli, Pariser, Londoner, Gummi oder Präser – das Kondom hat viele Namen. In den 50er Jahren war es das einzige Verhütungsmittel, mit dem deine Eltern oder Großeltern eine ungewollte Schwangerschaft verhindern konnten. Heute ist es eines von sehr vielen. Aber vielleicht auch das wichtigste. Denn Kondome verhüten nicht nur – sie schützen auch zuverlässig vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Der früheste Bericht über kondomähnliche Leinensäckchen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Erstmalig bekannt geworden ist das Kondom durch Herrn Casanova, der bereits aus Schafdarm gefertigte Exemplare benutzte, um sich und seine „Geliebten“ vor einer Ansteckung mit Syphilis, einer gefürchteten Geschlechtskrankheit, zu schützen.

Die heute gefertigten Kondome haben mit den Ungetümen von damals nur noch die Form gemeinsam. Heute sind sie aus Latex, einem Naturprodukt, es gibt sie in verschiedenen Größen, Farben und mit Geschmack. Man bekommt sie in Drogerien, in Supermärkten und natürlich in Apotheken.

In Deutschland müssen angebotene Markenkondome eine Reihe verschiedener Tests bestehen, bevor sie in den Handel kommen. Bei richtiger Anwendung sind sie ein sicheres Verhütungsmittel. Kondome sind sehr dünn (0,03-0,06 mm), bis zu 6mal dünner als die menschliche Haut. Trotzdem sind sie extrem reißfest. Wer es nicht glaubt, sollte mal probieren ein Kondom durch Aufblasen zum Platzen zu bringen.

Übrigens: Kondome sind wie oft behauptet keine „Gefühlskiller“. Sie richtig zu benutzen, benötigt allerdings Übung. Daher gleich am besten eine 10er Packung kaufen und alleine das Überstreifen üben, dann geht es im Ernstfall leichter.Beim Sex mit weniger bekannten oder fremden Partnern solltest du nicht auf das Kondom verzichten, um eine mögliche Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wie Aids zu vermeiden. Das gilt auch, wenn das Mädchen noch ein anderes Verhütungsmittel, wie zum Beispiel die Pille, benutzt.

Wie du das Kondom richtig anwendest, steht auf der Packung beschrieben. Dort kannst du auch das Haltbarkeitsdatum und die CE- Kennzeichnung (Qualitätssiegel für Markenkondome) finden. Ganz wichtig: Das Kondom nur einmal und vor dem ersten Einführen des Penis in die Scheide oder After benutzen. Der so genannte „Lusttropfen“, der sich häufig durch die Erregung des Mannes bildet, kann auch schon Samen enthalten.

Die gleichzeitige Benutzung von samentötendem Schaum oder Creme kann das Kondom spröde und somit durchlässig machen. Dasselbe gilt auch für fett- oder ölhaltige Mittel, wie Cremes, Vaseline oder Lotionen. Deshalb wasserlösliche, für Kondome geeignete Gleitmittel benutzen.

Wenn bei vaginalem Geschlechtsverkehr tatsächlich das Kondom einmal reißen sollte kann durch die „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindert werden.

Die „Pille danach“

Wenn das Kondom beim vaginalen Geschlechtsverkehr reißt oder etwas anderes schief gelaufen und Samenflüssigkeit in die Scheide der Frau gekommen ist, besteht das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Auch wenn das Mädchen ihre „Tage“ hatte. Die Wahrscheinlichkeit ist dann nicht sehr groß, aber es besteht ein gewisses Risiko.

Innerhalb von 72 Stunden nach dem „Unfall“ gibt es die Möglichkeit, die so genannte „Pille danach“ einzunehmen. Eine sehr hohe Hormongabe verhindert die Einnistung des eventuell befruchteten Eis in der Gebärmutter.

Wenn du noch in dieser Frist bist, bekommst du die „Pille danach“ beim Frauenarzt oder bei einer Pro Familia Beratungsstelle. Schau im Telefonbuch deiner Stadt oder einer größeren Stadt in deiner Umgebung nach, wo die nächste Beratungsstelle ist. Krankenhäuser mit Notfallaufnahme können in solchen Fällen auch die "Pille danach" abgeben.

Ein Schwangerschaftstest ist möglich nach den ersten Tagen des Ausbleibens der Monatsblutung. Du bekommst einen Test rezeptfrei in allen Apotheken.

Pille

Die Pille ist ein rezeptpflichtiges Medikament. Neben der Spirale ist sie das sicherste Verhütungsmittel für ungewollte Schwangerschaften, das es gibt. Voraussetzung ist, dass die Pille ordnungsgemäß eingenommen wird. Wenn du nach Einnahme der Pille Durchfall hast oder erbrechen musst, ist die Pille nicht mehr wirksam und du musst den Rest des Monats anders zum Beispiel mit Kondomen verhüten. Auch Antibiotika oder bestimmte Medikamente können die Wirksamkeit der Pille vermindern oder ganz vermeiden. Es ist also wichtig, dass du genau mit deinen Frauenarzt darüber sprichst.

Es gibt verschiedene Arten von Pillen: Der Frauenarzt/die Frauenärztin wird dir die zu dir passende Pille verschreiben. Für alle Versicherte unter 20 Jahre übernimmt die WMF Betriebskrankenkasse die Kosten für die Pille.

Wie wirkt eigentlich die Pille? In der Pille sind Hormone enthalten, die der weibliche Körper auch selbst herstellt - Östrogen und Gestagen. Die künstlichen Hormone verhindern, dass sich ein Ei in den Eierstöcken entwickeln kann. Der Eisprung wird verhindert und bleibt aus. Nach dem Absetzen der Pille kommt die Produktion von Eiern in den Eierstöcken wieder in Gang.

Die Pille ist das derzeit beliebteste Verhütungsmittel und wird millionenfach eingenommen. Sie wird jedoch nicht von allen gut vertragen und kann sehr viele Nebenwirkungen haben. Wer Zigaretten raucht und gleichzeitig die Pille nimmt, hat ein erhöhtes Risiko an einer Thrombose (Blutgerinnseln in den Venen) zu erkranken.

Wer die Pille als Verhütungsmittel nimmt, sollte sich zweimal im Jahr frauenärztlich untersuchen lassen. Nach ein paar Jahren der Benutzung kann es ratsam sein, auf ein anderes Verhütungsmittel umzusteigen, z. B. Kondome oder das Diaphragma. Euer Frauenarzt/eure Frauenärztin wird euch dazu beraten.

Zusätzlich zur Pille ist es sinnvoll Kondome zu benutzen, wenn du dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten, zum Beispiel Aids, schützen willst. Denn die Pille verhindert nur eine ungewollte Schwangerschaft.

Diaphragma

Das Diaphragma sieht wie eine Gummikappe aus und wird von der Anwenderin vor dem Geschlechtsverkehr mit einer samenabtötenden Creme  bestrichen und dann vor den Muttermund geschoben. Das Diaphragma soll das Zusammentreffen von Ei und Samen verhindern. Nach dem Sex muss das Diaphragma mindestens neun Stunden in der Scheide bleiben. Es darf aber höchstens 24 Stunden dort verbleiben.

Das Diaphragma gibt es in vielen verschiedenen Größen. Der Frauenarzt/die Frauenärztin passt es dir individuell an. Die Benutzung dieses Verhütungsmittels ist am Anfang gewöhnungsbedürftig. Es erfordert einen vertrauten Umgang mit seinem eigenen Körper und dem Partner. Mädchen und Frauen müssen lernen ihren Muttermund zu ertasten. Denn nur wenn das Diaphragma richtig vor dem Muttermund sitzt, garantiert es einen sicheren Verhütungsschutz.

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